Schweinegrippe-Impfstoffe enthalten nur bekannte und getestete Verstärker

LANGEN (eb). Die Impfstoffe gegen Schweinegrippe, die in Deutschland zur Verfügung stehen werden, sind nach den üblichen Standards getestet. Die verwendeten Impfstoff-Verstärker haben sich längst in Impfstoffen gegen die saisonale Influenza als sicher erwiesen. Mit dieser Stellungnahme tritt das Paul-Ehrlich-Institut Aussagen entgegen, die Verstärkersubstanz sei nicht getestet.

"Die Impfstoffe, die in Deutschland zum Schutz gegen die Schweinegrippe zur Verfügung stehen werden, haben Zulassungs-Verfahren durchlaufen und sind daher nach üblichen Standards auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet worden." Mit diesem Hinweis korrigiert der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen, Professor Johannes Löwer, Aussagen, mit denen der Vizepräsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Frank-Ulrich Montgomery, am Samstag zitiert wurde.

Zudem seien Montgomerys Informationen bezüglich der Impfstoffmenge, die bis Ende des Jahres zur Verfügung stehen kann, nicht korrekt, so Löwer.

Montgomery wurde vom Magazin "Focus" mit den Worten zitiert, er wolle niemandem Angst machen, "aber es beunruhigt, dass die Verstärkersubstanz nicht getestet ist". Außerdem seien die Kapazitäten zu gering (wie berichtet).


Pandemrix® mit dem Verstärker AS03 hat Zulassung der EU-Kommission erhalten

Der Impfstoff Pandemrix®, von dem zunächst 50 Millionen Dosen bestellt wurden, hat als Musterimpfstoff eine Zulassung der EU-Kommission erhalten. Voraussetzung dieser Zulassung waren unter anderen klinische Prüfungen an mehreren tausend Probanden, zunächst Erwachsene. Inzwischen stehen auch Daten aus klinischen Studien mit Kindern zur Verfügung.

Derzeit läuft für diesen Impfstoff die so genannte Stammanpassung, ein Routineverfahren wie bei saisonalen Impfstoffen. Dazu gehört, dass mehrere Chargen in gleich bleibender Qualität hergestellt werden müssen, was vom PEI überprüft wird. Ende September, Anfang Oktober, wenn mit den Impfungen nach Genehmigung der Stammanpassung begonnen werden kann, werden schon mehrere Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Danach wird fortlaufend weiterproduziert.

Die Kombination eines Influenzaimpfstoffs mit dem Verstärker AS03, wie es in Pandemrix® der Fall ist, wurde zudem auch schon in klinischen Studien mit saisonalen Influenzaimpfstoffen bei mehreren zehntausend Menschen zwischen 18 und 93 Jahren sowie einer geringen Anzahl von kleinen Kindern überprüft.


Für einen Zellkulturimpfstoff mit dem Verstärker MF59 wird die Zulassung für Mitte Oktober erwartet

Für den Zellkulturimpfstoff von Novartis laufen derzeit klinische Prüfungen an Erwachsenen und Kindern. Die Zulassung wird für Mitte Oktober erwartet. Auch von diesem Impfstoff werden dann bereits einige Millionen Dosen zur Verfügung stehen.

Der Verstärker MF59, der in diesem Impfstoff enthalten ist, hat sich bei der Impfung von mehr als 40 Millionen Menschen weltweit mit dem Grippe-Impfstoff Fluad® sowie in klinischen Studien mit zehntausenden von Erwachsenen und rund 700 Kindern für weitere saisonale Grippeimpstoffe als sicher erwiesen. Zudem wurden entsprechende Studien mit dem Vogelgrippevirus durchgeführt.

"Wir sollten auch nicht vergessen, dass die Verstärker in den Schweinegrippeimpfstoffen biologischen Ursprungs sind, fast so etwas wie ‚Bio-Verstärker'", erklärt Löwer. Vitamin E und Squalen stecken auch in Pflanzenölen, Polysorbat wird aus Getreide gewonnen. Alle drei Substanzen sind in vielen Arznei- und/oder Lebensmitteln enthalten.

Quelle: bild.de, rp-online.de, focus.de, welt.de, berlinonline.de, AFP, mz-web.de, n-tv.de, sueddeutsche.de, spiegel.de, aerztezeitung.de.....